Warum RAM, SSDs und Grafikkarten gerade so teuer und schlecht zu bekommen sind

Illustration zu steigenden Hardwarepreisen: RAM-Rakete startet steil nach oben, begleitet von SSD und Grafikkarte sowie einer stark ansteigenden Preiskurve.

Aktuell bekommen wir bei fast jeder Bestellung zu spüren, was in der Speicherbranche los ist. Ein Server-RAM-Riegel, der vor einem Jahr 150 Euro gekostet hat, kostet heute deutlich mehr. Bei manchen SSD- und RAM-Modellen geben die Großhändler uns aktuell gar keinen verbindlichen Liefertermin mehr. Der hohe Preis ist dabei nur die Folge: Wenn zu wenig Ware da ist, steigt der Preis so lange, bis genug Nachfrage abspringt. Und Ware ist zu wenig da, weil Samsung, SK Hynix und Micron ihre Fertigung auf HBM-Speicher für KI-Rechenzentren umstellen. HBM bringt die zehnfache Marge von normalem DDR5, jeder Wafer dafür fehlt beim Speicher für PCs, Notebooks und Server. Auch Grafikkarten trifft es, weil GDDR6/GDDR7 in denselben Fabriken läuft.

Die Grafik zeigt, wie sich die Preise seit 2025 entwickelt haben und laut Prognosen weiter entwickeln.

Liniendiagramm: Indexierter Preisverlauf von RAM- und SSD-Speicher 2025 bis 2028, mit Höhepunkt 2027 und erwarteter Entlastung ab 2028
Liniendiagramm: Preisanstieg von RAM/Festplatten, SSDs und Grafikkarten 2025 bis 2027 im Vergleich, RAM steigt am stärksten

Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Kapazitäten für 2027 laut Berichten schon komplett verkauft. Mehr Angebot kommt also frühestens danach, kurzfristig gar nicht. SK-Hynix-Chef Kwak Noh-jung nennt 2027 das schwierigste Angebotsjahr der Branchengeschichte. Jefferies rechnet für das dritte Quartal 2026 mit 40 bis 50 Prozent Preisaufschlag gegenüber dem Vorquartal, fürs vierte Quartal mit weiteren 30 bis 40 Prozent, fürs Gesamtjahr 2027 nochmal mit 40 bis 45 Prozent. Erst mehr Kapazität bringt wieder Bewegung nach unten: TrendForce erwartet ab der zweiten Jahreshälfte 2027 genug NAND-Flash für SSDs, weil dann mehr produziert wird und gleichzeitig weniger Endkunden bei den Preisen noch zugreifen. Bernstein, Jefferies und Gartner nennen unabhängig voneinander 2028 als frühesten Zeitpunkt für eine spürbare Preissenkung, und selbst die liegt nur bei 15 bis 20 Prozent, nachdem sich der Markt vorher verdreifacht hat.

Auch der Gebrauchtmarkt bleibt nicht verschont. Weil Neugeräte teurer werden, weichen mehr Käufer auf Refurbished aus und kaufen dort gezielt hochwertiger ein: Der Anteil hochpreisiger Business-Notebooks (500 bis 600 Euro) am Refurbished-Absatz stieg laut einem Händlerbericht von 5 auf 19 Prozent. Wir sehen das im eigenen Einkauf: Denselben HP EliteDesk 800 G6 Mini (i5 10500T, 16 GB, 500 GB NVMe) haben wir im September 2025 günstiger bekommen als im Juni 2026 – obwohl das Gerät da schon ein Jahr älter war. Normalerweise wird gebrauchte Hardware mit dem Alter billiger, nicht teurer.

Warten auf einen günstigeren Moment bringt also nichts, solange sich an der Verfügbarkeit nichts ändert. Wer eine Anschaffung ohnehin plant, zahlt so oder so drauf, nur später mehr. Bei Fragen zu eurer Hardware-Planung meldet euch bei uns.